Subido’s kleiner Waldkindergarten


Reif für die Schule?
Mai 7, 2009, 8:42 am
Abgelegt unter: 1, Waldkindergärten

Ihr lieben Besucher unseres Blogs,

Ich habe meine Schnupperzeit in einem Waldkindergarten in Baden Württemberg genutzt um mir Eindrücke und Antworten zu holen und einige oft wiederkehrende Fragen und Befürchtungen zu beantworten, die mir gestellt wurden. Die häufigste war:

Werden die Kinder im WK ausreichend auf die Schule vorbereitet?

Im WK sowie auch im Regelkindergarten lernen die Kinder, all ihre Sinne zu schulen und zu verknüpfen. Im WK erfolgt dies mit natürlichen Materialien in ihrer ursprünglichen unbeeinflussten Ordnung. Dazu kommen Wettereinflüsse, die den Kindern in Regelkindergärten leider oft vorenthalten werden. Die Kinder lernen ebenfalls schneiden, kleben, falten, konstruieren und Schreibgeräte zu verwenden und so automatisch, sich auf eine Sache länger zu konzentrieren. Außerdem ist es auf Grund der weiten freien Fläche möglich, auch mit größeren Holzkonstruktionen zu experimentieren, etwas aus Weiden zu flechten oder Holz bearbeiten zu lernen. Viele Kinder stellen ihr eigenes Spielzeug und ihre Spielgeräte selbst her (z.B. Blöcke absägen für “Wackelhölzer”) In den meisten Waldkindergärten gibt es kein “Themenspielzeug”, sondern neutrale Materialien wie Geschirr, Decken, Holzscheiben, div. Bastelmaterialien und natürlich Naturmaterialien! Die Kinder müssen sich vor jedem Rollenspiel neu ausmachen, welcher Gegenstand was darstellen soll und erleben so einen unglaublich intensiven sozialen Austausch und lernen Durchsetzungsvermögen, Kompromisse zu schließen, Situationen abzuschätzen und Argumente zu finden. Mit einem Wort, sie lernen, Regeln für ihr späteres Zusammenleben mit anderen aufzustellen. Ein weiterer gravierender Unterschied ist: In den Waldkindergärten, die wirklich im Wald sind, gibt es keine Türe und keine Mauern/Zäune. Die Grenzen müssen ausgemacht werden. Das erfordert hohe Aufmerksamkeit von den Kindern. Sie müssen IHR Gebiet selbst erkunden, die Sicht-, und Hörgrenzen austesten und unter Umständen andere daran erinnern, was ausgemacht wurde. Da kein Platz dem anderen gleicht, prägen sich die Kinder ständig neue Merkmale und Besonderheiten in der Landschaft ein um sich zurechtzufinden (Bsp.: Wir treffen uns an der dicken Eiche mit den Pilzen am Stamm!) Auch im Waldkindergarten gibt es wiederkehrende regelmäßige Rituale wie den Morgenkreis, die Jause, KOnzentrationsphasen, in denen gezeichnet, gebastelt, gesungen, Theater gespielt wird, den Abschiedskreis, viele Feste im Jahreszeitenkreis (die man draußen noch intensiver mitbekommt) und Themenfeste. Die Atmosphäre ist familär und jedes Kind nimmt sich den Platz, den es braucht, davon gibt es ja genug! Auch Hygiene erlernen die Kinder im WK früh. In der Früh wird Wasser warm gemacht oder ein Kanister mir warmem Wasser gebracht. Die Kinder waschen sich nach der Toilette, vor dem Essen und bei schlammigen Aktivitäten usw. die Hände mit Seife. Dabei helfen sie sich auch gegenseitig, ein Kind leert dem anderen Wasser über die Hände damit es beide gleich gut abwaschen kann. Damit lernen die Kinder auch, Wasser zu sparen. Toilettenregelungen sind in jedem Kindergarten verschieden, oft werden zwei Gruben (Buben und Mädchen getrennt) mit Sichtschutz dazwischen (Hecken, Holzwand) ausgehoben, die bei keiner weiteren Benützung wieder zugeschaufelt werden.

Mit dem 6. Lebensjahr ist die Kindergartenzeit, außer in Ausnahmefällen wie in jedem anderen Kindergarten vorbei und das Kind ist optimal auf die Schule vorbereitet. Mehr noch, es hat eine Bindung zu seiner natürlichen Welt entwickelt, die es für den Rest des Lebens stärkt und aufmerksam durch’s Leben gehen lässt.

Susanne



Der Fantasie freien Lauf lassen…
April 22, 2009, 2:41 pm
Abgelegt unter: 1, Waldpädagogik

waldhuette1Wenn man in den Wald geht kann man vieles entdecken. Da findet man manchmal mehrere lose Stämme und Äste, die Kinder beginnen darauf zu balancieren, runter zu hüpfen, entdecken unter den freigelegten Stellen Käfer, Würmer oder Pflanzenkeimlinge. So entstehen beim Forschen und Entdecken Ideen und die Kinder lernen ökologische Zusammenhänge zu verstehen.

Mit einigen gesammelten Ästen und Stämmen sind Kinder stundenlang beschäftigt… für manche ist es das Bauen eines Waldhäuschen, andere spielen Zug und wieder andere versuchen eine Leiter zu basteln. Egal was entsteht, es wird gemeinsam oder einzeln geschleppt, geschlichtet, experimentiert und vieles mehr!

Doris



Auf der Wiese und im Wald…
April 13, 2009, 12:52 pm
Abgelegt unter: 1

 

da ist immer was los! Susanne



Tolle Spielidee- Lockrufe der Waldtiere
April 6, 2009, 11:19 am
Abgelegt unter: 1, Spiele im Wald

Dieses Spiel findet natürlich im Wald statt. :) Die Kinder finden sich paarweise zusammen und machen sich einen Lockruf aus, der bei beiden gleich sein sollte und den sie wieder erkennen, wie zum Beispiel ein Waldtier, einen Vogel, ein Frosch,…

Nun werden den Kindern die Augen verbunden und der Spielleiter führt sie zu einem bestimmten Platz im Wald.

Auf los gehts los. Die Kinder dürfen nun ihre Tierstimmen nachmachen und versuchen so den Partner wieder zu finden, indem sie ihren Ruf machen und gut zuhören, wo der gleiche Ruf noch einmal ertönt.

Ziel des Spiels ist es, seinen Partner wieder zu finden und dabei die Augen nicht zu verwenden.

Ziele: Grob- und Feinmotorik werden gefördert, weiters werden die taktile und die akustische Wahrnehmung geschult. Die Kinder lernen aufeinander zu achten (Soziale Förderung) und sich auf eine spezielle Stimme zu hören (Konzentration). Außerdem kommen die Kinder in Kontakt mit Natur und machen dadurch viele positive wertvolle Erfahrungen

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Über Rückmeldungen und Erfahrungen beim Erproben des Spiels freuen wir uns sehr!

Birgit



EULE
April 4, 2009, 8:48 am
Abgelegt unter: 1

Gerade bin ich auf www.eule-wien.at gestoßen… Ich finde diese Seite wirklich toll!

EULE steht für Erlebnis. Unterhaltung. Lernen. Erfahrung.

Es wird einen Überblick über sämtliche kindertaugliche Umweltbildungsprogramme und deren Anlaufstellen in und um Wien zu folgenden Themenbereichen angeführt: Tiere, Gärten und Wälder, Lebensmittel und Landwirtschaft, Wasser und Abwasser, Abfall und Mülltrennung.

Doris



Diskussionsplatform
März 23, 2009, 6:46 pm
Abgelegt unter: 1, Waldkindergärten

Wer hat Erfahrungen mit Waldkindergärten?

Wer hat ein Kind im Kindergarten?

Arbeitest du in einer waldpädagogischen Instituion?

Wie wirkt sich diese Art der Kinderbetreuung deiner Meinung nach auf den kognitiven (z.B kreativ, logisch,etc.), motorischen, sozial-emotionalen Bereich aus?

Welche Institutionen kennst du im Raum NÖ, Wien?

Doris



Wald-, Natur- und Wanderkindergärten
März 19, 2009, 11:27 am
Abgelegt unter: 1

Es gibt verschiedene Formen des Waldkindergartens, den integrative und den reinen Waldkindergarten. Die Kindergruppe verbringt den ganzen Vormittag in der Natur, in einem bestimmten, räumlich begrenzten Gebiet. Der reine Waldkindergarten verfügt in der Regel über kein festes Gebäude. Jeder Waldkindergarten hat einen so genannten Schutzraum. Bei Temperaturen ab minus 6 Grad bieten viele waldpädagogischen Einrichtungen ein Alternativprogramm in geheizten Räumen an. Der integrierte Waldkindergarten ist eine Kooperation zwischen Wald- und Regelkindergärten.Es wird abgewechselt zwischen den Kindern, die in den Wald gehen, um die Natur zu erleben und den Kindern die im Kindergarten bleiben. Es kann auch der Fall sein, dass der Vormittag in der Natur verbracht wird und der Nachmittag im Regelkindergarten. (Vgl. VOITHLEITNER 2000, S.22)

Birgit



Literaturtipps
März 17, 2009, 7:20 pm
Abgelegt unter: Literatur

BACH Hajo, BACH Tobias (2008): Erlebnispädagogik im Wald. Arbeitsbuch für die Praxis, München: Ernst Reinhardt Gmbh & Co KG, Verlag

SCHEDE Hans-Georg (2000): Der Waldkindergarten auf einen Blick, Freiburg im Breisgau: Herder Verlag

SCHELAKOVSKY Andreas (2007): Wald. Erlebnisoriente Methoden für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Institut für Freizeitpädagogik, Albertgasse 35/11, 1080 Wien

SCHWEGLER-BEISHEIM, Tabea (2000): Stadtkinder und Naturerleben. Waldpädagogik als Chance, Marburg: Tectrum Verlag

VOITHLEITNER, Johannes (2002): Waldpädagogik in Österreich. Zwischen Naturerlebnis, Bildung und forstwirtschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit, Wien: Eigenverlag des Instituts für Sozioökonomik der Forst- und Holzwirtschaft

Birgit & Doris



Waldpädagogik
März 5, 2009, 11:48 am
Abgelegt unter: Waldpädagogik

Österreich hat sich im Zuge des Kyoto-Protokolls als Beitrag zum Klimaschutz verpflichtet, seine Treibhausgas- Emissionen um ein Vielfaches zu vermindern. Zum jetzigen Zeitpunkt ist man von der Erfüllung dieses Zieles aber weit entfernt!
Es ist daher offensichtlich, dass hier weitere verändernde Maßnahmen in der Wirtschaft, aber auch in der Gesellschaft getroffen werden müssen. Als mögliche Bewegung, welche das Umweltbewusstsein der Bevölkerung (weiter-)bildet, fungiert die Waldpädagogik als Teil der Umweltpädagogik.
Waldpädagogik weckt über persönliche Erlebnisse Interesse und fördert die Beziehung zwischen Mensch und Natur. So will sie Wissen über Naturzusammenhänge vermitteln und ein tiefes Verständnis durch Selbsterfahrung hervorrufen. Durch diese Kombination gewinnt auch der Umweltschutz und die Einsatzbereitschaft für die Umwelt an Bedeutung. Die Menschen sollen für den richtigen Umgang mit der Natur sensibilisiert werden.
Die Waldpädagogik setzt sich mit diesen unterschiedlichen Ansatzpunkten auseinander. Sie wird als Erlebnispädagogik verstanden, aber auch als Bildungswissenschaft. Des weiteren dient sie in Österreich der forstwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit. Im Zuge dieser Arbeit sollen diese unterschiedlichen Auffassungen der Waldpädagogik beleuchtet werden.
Waldpädagogik kennt keine Altersgrenzen. Das Angebot reicht vom Waldkindergärten, über Schulprojekte und Freizeitpädagogik für Jugendliche, Erwachsenenbildung bis hin zu Führung für Senioren.
Kinder wachsen heute in einem stark eingeschränkten Umfeld auf. Ihr Lebensraum ist meist von Erwachsenen geschaffen. Sie befinden sich vorwiegend in Räumen, wie Bildungs- oder Freizeiteinrichtungen, oder auf vorgefertigten Plätzen, wie etwa öffentlichen Parks und Spielplätzen. Der Wald bietet hier einen Gegensatz der Weite, der Fülle und gleichzeitig der Ruhe .
Die Waldpädagogik macht sich diese Aspekte zu Nutzen: Kinder, sowie Erwachsene, sollen durch den Kontrast zum Alltag, der „natürlichen Stille“, ein Bewusstsein entwickeln, sowohl für sich selbst, als auch für ihre Umwelt. Sie sollen eine positive Grundeinstellung zur Natur erlangen.
Dieser positive Bezug ist die Basis für verantwortliches Handeln bezüglich Umwelt- und Klimaschutz.

Doris